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Google-Profil

Wie bekomme ich mehr Google-Bewertungen, ohne zu nerven?

Warum zufriedene Kunden selten von selbst bewerten, wie du alle Kunden richtig um eine Bewertung bittest und was Google und das UWG dabei verbieten.

Julian GürtlerAktualisiert am 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Die meisten zufriedenen Kunden bewerten nicht, weil niemand fragt. Frag deshalb alle Kunden nach jedem Auftrag auf dieselbe Weise, am besten mit einem direkten Link per WhatsApp oder Mail, wenn sie wieder zu Hause sind. Nicht nur die Zufriedenen, nicht vor Ort und ohne Gegenleistung. So passt es zu den Regeln von Google.

Bevor jemand bei dir anruft oder vorbeikommt, schaut er oft zuerst auf dein Google-Profil. Die Bewertungen entscheiden beim ersten Eindruck mit, manchmal mehr als deine Website. Die gute Nachricht: Mehr Bewertungen bekommst du nicht durch Tricks, sondern durch eine einfache Gewohnheit.

Warum bewerten zufriedene Kunden so selten von selbst?

Zufriedenheit allein reicht nicht. Eine Bewertung zu schreiben kostet Zeit und Überwindung, und die meisten Kunden denken einfach nicht daran, wenn niemand sie darum bittet. Wer sich geärgert hat, meldet sich dagegen eher von selbst.

Wer nicht fragt, bekommt deshalb ein schiefes Bild. Nicht, weil der Betrieb schlecht ist, sondern weil die Zufriedenen still bleiben.

Wann ist der richtige Moment zum Fragen?

Kurz nach dem Auftrag, solange die Erinnerung frisch ist. Aber nicht mit dem Handy in der Hand neben dem Kunden. Google erlaubt nicht, Kunden vor Ort zu einer Bewertung aufzufordern oder zu drängen, und aufdringlich wirkt es ohnehin.

Gut funktioniert:

  • Am Abend nach dem Auftrag eine kurze Nachricht per WhatsApp oder Mail mit dem Link.
  • Mit der Rechnung, die per Mail oder Post kommt: ein Satz und ein QR-Code, den der Kunde zu Hause abfotografieren kann.

Wochen später erinnert sich kaum noch jemand an die Details, die eine hilfreiche Bewertung ausmachen. Frag also zeitnah, aber mit Abstand.

Wie fragst du, ohne aufdringlich zu wirken?

  • Mach es so einfach wie möglich. Im Google-Unternehmensprofil findest du einen Link, der direkt zum Bewertungsfenster führt. Das ist ein großer Unterschied zu „Bewerte mich doch mal bei Google“.
  • Frag als Person, nicht als Firma. Eine persönliche Nachricht wirkt anders als eine automatische Massenmail.
  • Erklär kurz, warum es hilft. Viele bewerten lieber, wenn sie wissen, dass es einem kleinen Betrieb aus der Gegend wirklich hilft.
  • Gib keinen Inhalt vor. Google erlaubt nicht, bestimmte Inhalte zu verlangen, auch keine Namen von Mitarbeitern. Der Kunde schreibt, was er erlebt hat.

Eine Nachricht kann so aussehen:

Danke nochmal für den Auftrag. Wenn du magst, schreib auf Google kurz, wie es für dich war. Das hilft einem kleinen Betrieb wie meinem wirklich. Hier geht es direkt zur Bewertung: [Link]

Das ist alles. Kein Nachhaken nach drei Tagen, kein schlechtes Gewissen.

Such bei Google nach deinem Betrieb, während du mit dem Konto angemeldet bist, dem das Profil gehört. Dann erscheint die Verwaltung deines Profils direkt in der Suche. Dort gibt es einen Knopf, um nach Rezensionen zu fragen. Er zeigt dir einen kurzen Link, den du kopierst und in deine Nachricht einfügst.

Aus demselben Link machst du bei Bedarf einen QR-Code für die Rechnung. Speicher dir den Text als Vorlage am Handy, dann dauert das Fragen nach jedem Auftrag nur wenige Sekunden. Genau das ist der Trick: Es muss so wenig Aufwand sein, dass du es wirklich bei allen machst.

Warum musst du alle Kunden fragen, nicht nur die zufriedenen?

Weil Google es verlangt. In den Richtlinien für Rezensionen (öffnet neuen Tab) steht ausdrücklich, dass Betriebe negative Bewertungen nicht verhindern und nicht gezielt nur um positive bitten dürfen.

Das betrifft auch ein Vorgehen, das manche Programme anbieten: Zuerst kommt eine kleine Umfrage, nur wer fünf Sterne gibt, wird zu Google geschickt, alle anderen landen in einem internen Formular. Das ist genau die gezielte Auswahl, die Google verbietet.

Und es ist auch nicht nötig. Wer gute Arbeit macht und alle fragt, bekommt ein ehrliches Bild, und ein ehrliches Bild überzeugt mehr als eine lückenlose Reihe von Bestnoten.

Was ist bei Bewertungen verboten?

  • Gegenleistungen. Kein Rabatt, kein Gutschein, keine Gratisleistung für eine Bewertung. Auch nicht für das Ändern oder Löschen einer schlechten.
  • Gekaufte oder erfundene Bewertungen. Gefälschte Bewertungen abzugeben oder in Auftrag zu geben, zählt in Österreich seit 2022 ausdrücklich zu den verbotenen Geschäftspraktiken im UWG (öffnet neuen Tab) (Anhang, Z 23c).
  • Bewertungen von dir selbst, deinem Team oder deiner Familie. Google wertet das als Interessenkonflikt.
  • Druck. Kunden vor Ort zu einer Bewertung auffordern oder drängen, oder Mitarbeitern eine Zahl an Bewertungen vorgeben, die sie einsammeln müssen.

Zeigst du Bewertungen auf deiner eigenen Website, gilt noch etwas: Behauptest du, dass sie von echten Kunden stammen, musst du das auch angemessen prüfen (UWG, Anhang Z 23b).

Wie antwortest du auf eine schlechte Bewertung?

Sie wird irgendwann kommen. Wichtig ist deine Reaktion, denn die lesen alle, die nach dir kommen.

  • Antworte sachlich und kurz, ohne Gegenangriff.
  • Bedank dich für die Rückmeldung und nimm berechtigte Punkte ernst.
  • Biete an, die Sache direkt zu klären, und nenne dafür einen Weg.
  • Schreib keine persönlichen Daten des Kunden in die Antwort.

Verstößt eine Bewertung gegen die Richtlinien, etwa weil sie gar nicht von einem Kunden stammt, kannst du sie in deinem Profil bei Google melden. Ob Google sie entfernt, entscheidet Google.

Was kostet es, wenn ich dein Google-Profil einrichte?

Wenn dein Profil fehlt, veraltet ist oder du einfach nicht weißt, wo du anfangen sollst, übernehme ich das für dich.

  • Google-Profil Start: 290 € netto, zusammen mit einer Website 150 € netto. Anlegen oder übernehmen, Kategorien, Leistungen, Öffnungszeiten, Beschreibung mit Suchbegriffen, Verknüpfung mit deiner Website und ein QR-Code für Bewertungsanfragen nach den Regeln von Google.
  • Google-Profil Plus: 390 € netto. Alles aus Start, dazu aufbereitete Fotos, die ersten 4 Beiträge, gleiche Einträge bei Apple Karten und Bing und ein Bewertungs-Aufsteller mit NFC-Chip und QR-Code. Damit holen sich Kunden deinen Bewertungslink aufs Handy und bewerten später in Ruhe, ohne dass jemand danebensteht.

Alle Preise sind netto. Was sonst dazugehört, damit dich Kunden in der Gegend finden, steht in Warum wird mein Betrieb bei Google nicht gefunden? Was beim Profil alles dabei ist, siehst du unter Google-Unternehmensprofil einrichten lassen. Wenn du wissen willst, wie dein Profil gerade dasteht, schick mir den Namen deines Betriebs. Ich schau mir dein Google-Profil für Betriebe an und sage dir, was fehlt.

Häufige Fragen

Darf ich nur zufriedene Kunden um eine Google-Bewertung bitten?
Nein. Google verbietet, gezielt nur um positive Bewertungen zu bitten oder negative zu verhindern. Das betrifft auch Vorab-Umfragen, die nur Zufriedene zu Google weiterschicken. Frag alle Kunden auf dieselbe Weise, zum Beispiel mit demselben Link nach jedem Auftrag.
Darf ich für eine Bewertung einen Rabatt oder ein Geschenk anbieten?
Nein. Google verbietet Anreize wie Zahlungen, Rabatte oder Gratisleistungen für eine Bewertung und kann solche Bewertungen entfernen. Gefälschte Bewertungen abzugeben oder in Auftrag zu geben, ist in Österreich außerdem ausdrücklich verboten (UWG, Anhang Z 23c). Ein ehrliches Danke ist erlaubt.
Wie antworte ich auf eine schlechte Google-Bewertung?
Sachlich, kurz und ohne Gegenangriff. Bedank dich für die Rückmeldung, nimm berechtigte Punkte ernst und biete an, die Sache direkt zu klären. Nenne keine persönlichen Daten des Kunden. Wer später mitliest, achtet vor allem darauf, wie du mit Kritik umgehst.

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