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Werbevideos

Werbevideos mit KI: Was geht heute schon, und wo sind die Grenzen?

Was KI-Videos aus eigenen Aufnahmen heute können, wann du sie nach dem AI Act kennzeichnen musst und warum Instagram-Songs nicht auf deine Website dürfen.

Julian GürtlerAktualisiert am 7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Mit KI lassen sich heute aus eigenen Fotos und Aufnahmen kurze Videoszenen machen, Bilder verbessern und Szenen ergänzen, die mit der Kamera zu aufwendig wären. Grenzen gibt es bei Details, Schrift und Gesichtern, beim Recht und beim Vertrauen. Täuschend echte KI-Inhalte musst du seit August 2026 kennzeichnen, und Songs aus Instagram gehören nicht auf deine Website. Echte Aufnahmen bleiben die Basis.

KI-Videos sehen heute auf den ersten Blick oft aus wie gedreht. Ich setze sie in Werbevideos ein, wenn eine Szene mit der Kamera zu aufwendig wäre. Hier steht, was davon für deinen Betrieb sinnvoll ist, wo es hakt und welche Regeln gelten.

Was kann KI in einem Werbevideo heute schon?

  • Aus einem Foto eine bewegte Szene machen. Ein KI-Video kann aus einem Startbild und einer Beschreibung entstehen. Ist das Startbild ein echtes Foto aus deinem Betrieb, bleibt das Ergebnis nah an der Wirklichkeit: deine Werkstatt, dein Lokal, dein Produkt, nur in Bewegung.
  • Szenen ergänzen, die zu aufwendig wären. Eine Kamerafahrt über das Dach, ein Produkt, das sich in seine Einzelteile zerlegt, eine Jahreszeit, die gerade nicht ist.
  • Bilder verbessern. Licht und Farben, einen unruhigen Hintergrund aufräumen, ein Foto freistellen oder auf ein anderes Format erweitern. Für mich ist das oft der nützlichste Einsatz, weil das Bild danach immer noch zeigt, was wirklich da ist.
  • Stimme und Musik. Eine Sprecherstimme für ein Erklärvideo oder eigens erzeugte Musik. Auch hier gilt: Die Nutzungsbedingungen des Werkzeugs müssen Werbung erlauben.

Wo stößt KI an ihre Grenzen?

  • Details. KI erfindet gern. Das Logo auf dem Firmenauto wird zu Buchstabensalat, eine Armatur bekommt einen zweiten Hebel, eine Hand sieht seltsam aus. Jede Szene muss deshalb Bild für Bild geprüft werden.
  • Schrift. Text im Bild geht immer noch öfter schief. Preise, Telefonnummern und dein Name gehören deshalb nachträglich als echte Schrift ins Video, nicht in die KI-Szene.
  • Länge und Gleichmäßigkeit. Einzelne KI-Clips sind meist nur wenige Sekunden lang. Ein Werbevideo entsteht erst im Schnitt, und eine Person sieht von Clip zu Clip nicht immer gleich aus.
  • Deine eigene Ware. Dein Produkt, dein Gericht, dein Werkstück muss im Video genauso aussehen wie in Wirklichkeit. Zeigt die Anzeige ein schöneres Schnitzel, als später auf dem Teller liegt, ist das Werbung, die enttäuscht.

Wie viel Arbeit darin steckt, eine KI am Erfinden zu hindern, beschreibe ich in Wie baut man eine KI, die bei Immobilienfotos nichts erfindet?

Muss ich KI-Videos kennzeichnen?

Seit 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Act. Für Werbevideos ist vor allem ein Punkt wichtig: Wer mit KI Bilder, Videos oder Ton erzeugt oder verändert, die echten Personen, Orten, Gegenständen oder Ereignissen ähneln und fälschlich als echt erscheinen können, muss offenlegen, dass sie künstlich erzeugt oder verändert sind. Das Gesetz nennt solche Inhalte Deepfakes.

Die EU-Kommission beschreibt in ihren Fragen und Antworten zu Artikel 50 (öffnet neuen Tab) (auf Englisch), welche Merkmale zusammenkommen müssen: Der Inhalt ähnelt stark etwas, das es gibt oder plausibel geben könnte, und er kann den Eindruck erwecken, echt zu sein. Der Hinweis muss klar erkennbar sein, spätestens wenn jemand den Inhalt zum ersten Mal sieht oder hört, etwa als sichtbarer Vermerk im Bild oder als Ansage. Eine unsichtbare Markierung in der Datei reicht dafür laut Kommission nicht.

Was heißt das praktisch?

  • Eine deutlich erkennbare Animation, etwa ein Motion-Design-Video, wirkt nicht wie eine echte Aufnahme und fällt in der Regel nicht darunter.
  • Ein KI-Video, das aussieht wie gefilmt, und Menschen, Orte oder Ereignisse zeigt, die es so nicht gab, kennzeichnest du.
  • Gesicht oder Stimme einer echten Person, etwa eines Mitarbeiters, verwendest du nur mit dessen Einverständnis, am besten schriftlich.

Die Grenze ist nicht in jedem Fall scharf. Ich kennzeichne deshalb im Zweifel lieber einmal zu oft. Instagram und Facebook bieten beim Hochladen zusätzlich eine eigene KI-Kennzeichnung an. Und unabhängig vom AI Act gilt: Irreführende Werbung ist verboten, mit oder ohne KI. Ein KI-Video darf keine Kunden, keine Bewertungen und keine Ergebnisse vortäuschen, die es nicht gibt. Das hier ist keine Rechtsberatung. Bei einer konkreten Frage hilft dir deine Wirtschaftskammer oder ein Anwalt weiter.

Darf ich Musik aus Instagram für mein Werbevideo nehmen?

Innerhalb der App stellt dir Instagram Musik aus seiner Bibliothek zur Verfügung. Laut Instagram ist diese Musik aber für die persönliche, nicht kommerzielle Nutzung gedacht, manche Unternehmenskonten haben deshalb gar keinen Zugriff darauf (Instagram-Hilfe zur Musikbibliothek (öffnet neuen Tab)).

Die Lizenz gilt nur in der App. Lädst du ein Video samt Song herunter und stellst es auf deine Website oder auf YouTube, ist der Song nicht abgedeckt. Für Anzeigen bietet Meta die Sound Collection an. Deren Musik darf laut Meta auch für Werbung genutzt werden.

Für alles außerhalb der App gilt eine einfache Regel: Musik nur mit einer Lizenz, die genau diese Nutzung abdeckt, also Website, Anzeige oder beides. Frag bei jedem Werbevideo nach, woher die Musik kommt. Ein Video, das wegen der Musik gesperrt wird oder Ärger mit den Rechteinhabern bringt, kostet mehr als jede Lizenz.

Warum bleiben echte Aufnahmen die Basis?

Bei einem kleinen Betrieb kaufen Kunden nicht nur eine Leistung, sie vertrauen Menschen. Wer dich beauftragt, will sehen, wer kommt, wie deine Werkstatt aussieht und wie dein Lokal wirklich ist. Ein KI-Video kann das ergänzen, ersetzen kann es das nicht. Sieht beim ersten Besuch alles anders aus als im Video, ist das Vertrauen weg, bevor du angefangen hast.

Mein Grundsatz: KI verbessert, was echt ist, und ergänzt, was mit der Kamera zu aufwendig wäre. Sie erfindet keine Kunden, keine Bewertungen und keine Ergebnisse. Ein halber Tag Drehen im Betrieb liefert Material, das sich lange nutzen lässt, auch als Startbilder für KI-Szenen.

Wenn du gar nichts filmen willst, ist ein klar animiertes Video oft die ehrlichere Wahl als ein KI-Video, das echt tun will. Wie das abläuft, steht in Wofür lohnt sich ein Motion-Design-Video für einen kleinen Betrieb?

Was kostet ein Werbevideo mit KI bei mir?

Meine Preise sind netto.

  • Anzeigen einrichten: ab 390 € netto. Werbekonto und Messung, Zielgruppe oder Suchbegriffe, Anzeigentexte und Werbemittel, also Bild oder kurzes Video.
  • Anzeigen-Betreuung: ab 190 € netto im Monat. Kontrolle, Anpassung und neue Werbemittel im vereinbarten Umfang.
  • Motion-Design-Video: ab 290 € netto. Bis 25 Sekunden, mit Sprecher und Sound, im Hoch- und Querformat, zwei Korrekturschleifen.
  • KI-Video: ab 490 € netto. Bis 20 Sekunden, eine Szene mit echter Person: Die KI tauscht Ort, Kleidung und Requisiten. Bis zu 3 KI-Läufe, Sound, Untertitel, KI-Kennzeichnung und eine Korrekturschleife.

Das Werbebudget zahlst du direkt an Google oder Meta. Ob Werbung für dich gerade dran ist, steht in Wann lohnen sich Werbeanzeigen für einen kleinen Betrieb? Wie ein KI-Video bei mir entsteht und was es kostet, siehst du unter KI-Videos für Werbung. Schick mir ein Foto oder ein kurzes Video aus deinem Betrieb, dann sage ich dir, was sich daraus machen lässt.

Häufige Fragen

Muss ich ein Werbevideo kennzeichnen, das mit KI gemacht ist?
Seit 2. August 2026 verlangt Artikel 50 des EU AI Act, dass KI-erzeugte oder KI-veränderte Bilder, Videos und Töne offengelegt werden, wenn sie echten Personen, Orten, Dingen oder Ereignissen ähneln und fälschlich echt wirken können. Der Hinweis muss klar erkennbar sein. Eine deutlich erkennbare Animation fällt in der Regel nicht darunter. Im Zweifel kennzeichne ich. Das ist keine Rechtsberatung.
Darf ich Songs aus der Instagram-Musikbibliothek auf meiner Website verwenden?
Nein. Laut Instagram ist die Musik aus der Bibliothek für die persönliche, nicht kommerzielle Nutzung gedacht, und die Lizenz gilt nur innerhalb der App. Auf deiner Website, auf YouTube oder in einer Anzeige brauchst du Musik mit einer Lizenz, die genau diese Nutzung abdeckt. Manche Unternehmenskonten haben auf die Bibliothek gar keinen Zugriff.
Was kostet ein Werbevideo mit KI bei Vendo Agency?
Ein KI-Video mit echter Person kostet bei mir ab 490 Euro netto: bis 20 Sekunden, eine Szene, bis zu 3 KI-Läufe, Sound, Untertitel, KI-Kennzeichnung und eine Korrekturschleife inklusive. Ein animiertes Motion-Design-Video kostet ab 290 Euro netto, das Einrichten von Anzeigen ab 390 Euro netto und die laufende Betreuung ab 190 Euro netto im Monat. Das Werbebudget zahlst du direkt an Google oder Meta.

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