Was kostet eine Website für einen Betrieb wirklich?
Es ist die erste Frage, die jeder stellt, und die einzige, auf die kaum eine Agenturseite eine Antwort gibt. Ich versuche es hier so ehrlich wie möglich, auch wenn dabei ein paar unbequeme Dinge herauskommen.
Die kurze Antwort
Für einen kleinen Betrieb in Niederösterreich liegt eine ordentliche Website in aller Regel im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich. Nach oben ist Luft, nach unten gibt es eine Grenze, unter der etwas nicht stimmt.
Warum ich keine feste Zahl auf die Seite schreibe: Eine Seite für einen Installateur mit fünf Unterseiten und ein Onlineshop mit 200 Artikeln haben nichts miteinander zu tun. Wer beides mit demselben Preis bewirbt, hat einen der beiden Fälle nicht verstanden.
Was ich stattdessen mache: Ich erkläre dir, woraus sich der Preis zusammensetzt. Dann kannst du jede Offerte einordnen, auch meine.
Woraus der Preis wirklich besteht
Die meisten glauben, sie bezahlen für Design. Design ist der kleinere Teil.
1. Die Inhalte
Der mit Abstand unterschätzteste Posten. Texte, Fotos, Leistungsbeschreibungen, Preise, rechtliche Angaben.
Wenn du alles fertig lieferst, wird es günstiger. Wenn ich Texte schreibe, Fotos mache und dir die Struktur abnehme, kostet es mehr. Das ist der Punkt, an dem Projekte am häufigsten hängenbleiben: Der Bau ist in zwei Wochen fertig, und dann warten wir sechs Wochen auf Bilder.
2. Der Umfang
Eine Seite mit allem drauf ist etwas anderes als acht einzelne Seiten mit je eigenem Thema. Mehr Seiten heißen mehr Struktur, mehr Text, mehr Abstimmung.
3. Die Funktionen
Ein Kontaktformular ist Standard. Eine Online-Terminbuchung, ein Kundenbereich, ein Shop oder eine Anbindung an dein Warenwirtschaftssystem sind es nicht. Jede Funktion, die Daten verarbeitet, bringt außerdem rechtlichen Aufwand mit.
4. Das Rechtliche
Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Hinweis, Barrierefreiheit. Klingt nach Formalität, ist aber Arbeit, und zwar Arbeit, die man falsch machen kann.
Ein Beispiel, das viele nicht auf dem Schirm haben: Wenn deine Website Schriftarten direkt von Google lädt, geht bei jedem Aufruf die IP-Adresse deiner Besucher an Google, ohne dass jemand zugestimmt hat. In Deutschland wurde deswegen bereits abgemahnt. Der Fix dauert eine Stunde, wenn man weiß, dass er nötig ist.
5. Was danach passiert
Der Posten, über den am wenigsten gesprochen wird. Wer aktualisiert die Seite? Was kostet eine Änderung in einem Jahr? Wer kümmert sich um Hosting und Domain? Bekommst du die Dateien, wenn du wechseln willst?
Frag das vor der Beauftragung. Die Antwort sagt mehr über den Anbieter aus als jedes Portfolio.
Woran du eine unrealistische Offerte erkennst
Achtung bei sehr niedrigen Pauschalen. Rechne es einmal durch: Wenn eine fertige Website inklusive Texten, Bildern, Rechtstexten und Abstimmung 500 Euro kosten soll, dann sind das bei einem realistischen Stundensatz etwa fünf bis sechs Arbeitsstunden für alles zusammen. Das geht sich nur aus, wenn eine Vorlage minimal angepasst wird. Das kann für manche reichen, du solltest nur wissen, dass du genau das bekommst.
Drei weitere Warnzeichen:
- Der Preis steht fest, bevor jemand nach deinem Betrieb gefragt hat. Wer dir einen Fixpreis nennt, ohne zu wissen, wie viele Leistungen du hast und ob du Fotos besitzt, rät.
- Die Domain läuft auf den Anbieter. Domain und Hosting gehören dir. Sonst kannst du im Streitfall nicht weg.
- Es gibt keine Aussage zu Änderungen nach dem Launch. Eine Website, die niemand pflegt, ist nach zwei Jahren ein Schaufenster mit alter Auslage.
Was du selbst beisteuern kannst, um Geld zu sparen
Das ist der ehrlichste Spartipp, den ich habe:
- Sammle deine Texte vorher. Auch stichwortartig. Was machst du, für wen, seit wann, was unterscheidet dich.
- Mach Fotos. Ein aktuelles Handy reicht für vieles. Echte Bilder aus deinem Betrieb schlagen jedes gekaufte Stockfoto, und zwar deutlich.
- Leg fest, wer entscheidet. Projekte werden nicht teuer, weil viel gebaut wird. Sie werden teuer, weil drei Personen unterschiedliche Meinungen haben und alles zweimal gemacht wird.
- Sag, was die Seite leisten soll. Anrufe? Terminbuchungen? Bewerbungen? Danach richtet sich der Aufbau.
Und was mache ich?
Ich baue Websites für Betriebe in Amstetten, im Mostviertel und in ganz Niederösterreich. Meistens Handwerk, Autohäuser, Gastronomie, Beauty und Dienstleister.
Ich nenne den Preis nach dem Erstgespräch, dafür gilt er dann auch. Es gibt keine Stundenabrechnung, bei der am Ende mehr herauskommt als besprochen. Wenn ich merke, dass sich das Projekt für dich nicht rechnet, sage ich das lieber vorher.
Und wenn du nach dem Gespräch zu jemand anderem gehst, ist das auch in Ordnung. Dann weißt du wenigstens, worauf du achten musst.
Passt das auf deinen Betrieb?
Schreib mir kurz, was du vorhast. Ich sage dir ehrlich, ob und wie ich helfen kann. Das Erstgespräch kostet nichts.
Auf WhatsApp schreiben