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Mitarbeitersuche

Wie finde ich Mitarbeiter, wenn über die Jobbörse niemand kommt?

Warum Stellenanzeigen im Handwerk und in der Gastro oft leerlaufen, wie du Leute mit Job über Facebook und Instagram erreichst und was in die Anzeige muss.

Julian GürtlerAktualisiert am 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Über Jobbörsen erreichst du nur Leute, die gerade aktiv suchen, und im Handwerk und in der Gastro sind das wenige. Viele gute Leute haben einen Job, sind aber offen für etwas Besseres. Du erreichst sie mit Anzeigen auf Facebook und Instagram im Umkreis, mit ehrlichem Gehalt, echten Fotos und einer Bewerbung per Nachricht.

Wenn ich mit Betrieben im Mostviertel rede, kommt das Thema oft auf. Ein Muster wiederholt sich: Die Jobbörse bringt wenige Bewerbungen, und die passen selten. Ehrlich dazugesagt, auch der Weg, den ich hier beschreibe, füllt keine Stelle in einer Woche.

Warum läuft die Stellenanzeige auf der Jobbörse oft leer?

Eine Jobbörse erreicht genau eine Gruppe: Leute, die gerade aktiv suchen. Das sind oft Menschen zwischen zwei Stellen. Im Handwerk und in der Gastronomie ist diese Gruppe klein, denn wer etwas kann, ist in der Regel beschäftigt.

Dazu kommt der Wettbewerb auf der Plattform selbst. Deine Anzeige steht neben vielen anderen mit fast gleichem Text. Der Betrieb daneben schreibt auch „familiäres Betriebsklima“ und „leistungsgerechte Bezahlung“. Für den Leser sind dann alle gleich.

Wie erreichst du Leute, die gar nicht suchen?

Der wichtigste Satz zum Thema: Wer einen Job hat, ist nicht automatisch vergeben.

Ein Monteur, der seit Jahren dieselbe Route fährt, geht auf keine Jobbörse. Er hat ja Arbeit. Vielleicht ärgert er sich über die Fahrzeiten oder die Samstage. Der Ärger reicht aber nicht, um abends aktiv zu suchen.

Begegnet ihm dieselbe Stelle am Handy, ist das etwas anderes. Er sucht nicht, er stolpert darüber. Genau dafür sind Anzeigen auf Facebook und Instagram gut: Dort sind die Leute ohnehin, ob sie suchen oder nicht. In der Fachsprache heißt diese Gruppe „passiv Suchende“. Gemeint sind schlicht Leute mit Job, die für etwas Besseres offen sind.

Was muss in einer Stellenanzeige stehen, damit sich jemand meldet?

Das Gehalt

Der häufigste Fehler ist die fehlende Zahl. In Österreich musst du laut § 9 Abs. 2 Gleichbehandlungsgesetz (öffnet neuen Tab) ohnehin das Mindestentgelt nach Kollektivvertrag angeben und dazuschreiben, ob du bereit bist, mehr zu zahlen. Nutz das aktiv. Schreib den Betrag hin und dazu, was bei Erfahrung möglich ist. Wer ausweicht, wirkt, als hätte er etwas zu verbergen.

Der Alltag, nicht das Leitbild

Wann beginnt der Tag? Wo sind die Baustellen? Fährt man am Abend heim? Wie viele Samstage sind es im Monat? Über diese Fragen wird zu Hause am Küchentisch entschieden, nicht über deine Werte.

Wer schon da ist

Ein Foto vom Team schlägt jeden Absatz über Firmenkultur. Wer sieht, mit wem er im Auto sitzt, kann sich das vorstellen. Vornamen dazu reichen. Frag vorher, wer aufs Bild will, denn für Fotos deiner Leute brauchst du ihr Einverständnis.

Eine klare Berufsbezeichnung

„Wir suchen einen motivierten Mitarbeiter“ ist keine Ansprache, das ist eine Leerstelle. Schreib hin, wen du meinst: Installateurin oder Installateur, Servicekraft, Lehrling im zweiten Lehrjahr. Die Anzeige muss dabei alle Geschlechter ansprechen, auch das verlangt das Gleichbehandlungsgesetz. Ein Zusatz wie „(m/w/d)“ ist dafür üblich.

Warum muss die Bewerbung so einfach sein wie eine Nachricht?

Hier scheitern die meisten Anzeigen, nicht am Text.

Jemand sieht deine Anzeige um halb zehn am Abend auf der Couch. Das Interesse ist da. Dann steht dort: Bewerbung mit Lebenslauf und Zeugnissen an die Firmenadresse. In dem Moment ist es vorbei. Niemand baut abends am Handy einen Lebenslauf zusammen.

Was stattdessen funktioniert:

  • Eine Nachricht auf WhatsApp genügt: Name, Beruf, wann er erreichbar ist.
  • Oder ein Formular mit drei Feldern. Mehr braucht es für den ersten Kontakt nicht.
  • Der Lebenslauf kommt später, beim Gespräch.

Dann kommt der Teil, den kein Werbebudget ersetzt: Melde dich am selben Tag zurück. Wer zwei Tage wartet, redet vielleicht mit jemandem, der inzwischen woanders zugesagt hat. Wenn du tagsüber keine Zeit hast, kann eine automatische Antwort sofort bestätigen, dass die Nachricht angekommen ist, und einen Rückruf ankündigen.

Wie grenzt du die Anzeige richtig ein?

Du brauchst keine große Reichweite. Du brauchst die richtige.

Der Umkreis entscheidet fast alles. Wer eine Stunde zur Arbeit fährt, wechselt selten. Grenz die Anzeige auf die Orte ein, aus denen jemand realistisch zu dir pendelt. Für einen Betrieb bei Amstetten sind das eher Ybbs, Wieselburg und St. Valentin als Wien.

Alter oder Geschlecht als Filter lässt du weg. Stellenanzeigen dürfen niemanden wegen Alter oder Geschlecht ausschließen, und so solltest du es auch bei den Einstellungen im Werbekonto halten. Mit Umkreis, Beruf im Text und einem passenden Bild erreichst du trotzdem die Richtigen.

Genau diese Arbeit steckt hinter der Mitarbeitersuche mit Recruiting-Anzeigen: Anzeige schreiben, Bild oder kurzes Video, Umkreis festlegen, Rückmeldungen einsammeln.

Was passiert, bevor sich jemand meldet?

Fast jeder schaut vorher nach, wer du bist, meistens zuerst bei Google und auf deiner Website.

Findet er dort nichts oder nur eine Seite, auf der seit Jahren nichts passiert ist, entsteht Unsicherheit: Was erwartet mich dort? Und Unsicherheit hält Leute davon ab, zu schreiben.

Eine eigene Seite für offene Stellen löst viel davon. Sie muss nicht schön sein. Sie muss zeigen: das Team, die Fahrzeuge oder die Küche, die Arbeit selbst. Dazu drei ehrliche Sätze, wie es bei dir zugeht. Was sonst noch auf eine gute Handwerker-Website gehört, steht in Website für Handwerksbetriebe: Was muss wirklich drauf?

Was kostet eine Recruiting-Anzeige bei mir?

Meine Preise sind netto. Das Werbebudget kommt extra und geht direkt von dir an Meta.

  • Anzeigen einrichten: ab 390 € netto. Anzeigentext, Bild oder kurzes Video, auch als KI-Video, Umkreis, Messung und eine schriftliche Budgetempfehlung.
  • Anzeigen-Betreuung: ab 190 € netto im Monat. Kontrolle, Anpassung, neue Werbemittel im vereinbarten Umfang und ein Monatsbericht in einfachen Worten.
  • Automatische Antwort auf Bewerbungen: Preis nach Umfang, zum Beispiel als WhatsApp-Chatbot ab 490 € netto plus 39 € netto im Monat oder als eigenes Programm ab 1.900 € netto. Den Festpreis bekommst du nach dem Gespräch.

Wie viele Bewerbungen kommen, kann dir niemand versprechen, auch ich nicht. Was ich dir sagen kann: ob dein Angebot und dein Umkreis eine realistische Chance haben, bevor du Geld ausgibst. Mehr dazu unter Mitarbeitersuche für Betriebe.

Was schreibst du in die Anzeige, wenn dir nichts einfällt?

Eine Stellenanzeige verkauft eine Arbeitsstelle. Das ist dieselbe Aufgabe wie bei einem Kunden, nur mit anderem Publikum.

Deshalb der Rat, der auch ohne mich funktioniert: Setz dich einmal hin und schreib auf, warum deine drei besten Leute geblieben sind. Nicht das, was du dir wünschst, sondern das, was sie selbst sagen würden. Was dabei herauskommt, ist deine Anzeige. Alles andere ist Verpackung.

Und wenn sich trotzdem niemand meldet, liegt es selten am Kanal. Dann stimmt meistens das Angebot nicht, oder die Antwort kommt zu spät.

Häufige Fragen

Muss in einer Stellenanzeige in Österreich das Gehalt stehen?
Ja. Laut § 9 Abs. 2 Gleichbehandlungsgesetz musst du das Mindestentgelt nach Kollektivvertrag angeben und auf die Bereitschaft zur Überzahlung hinweisen, wenn es sie gibt. Das gilt auch für Anzeigen auf Facebook und Instagram. Nutz es als Vorteil: Eine klare Zahl wirkt ehrlicher als „leistungsgerechte Bezahlung“.
Was kostet eine Recruiting-Anzeige bei Vendo Agency?
Bei mir kostet das Einrichten ab 390 Euro netto: Anzeigentext, Bild oder kurzes Video und der Umkreis, aus dem jemand realistisch zu dir pendelt. Die laufende Betreuung kostet ab 190 Euro netto im Monat. Das Werbebudget zahlst du direkt an Meta. Bewerbungen garantieren kann niemand, auch ich nicht.
Wie schnell sollte ich auf eine Bewerbung antworten?
Am selben Tag, wenn es irgendwie geht. Wer sich abends am Handy meldet, schreibt vielleicht auch anderen Betrieben. Eine kurze Antwort mit Terminvorschlag zeigt, dass du es ernst meinst. Bist du tagsüber auf der Baustelle, kann eine automatische Antwort den ersten Kontakt bestätigen. Das persönliche Gespräch ersetzt sie nicht.

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